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Mauerparkbebauung?
- Wir haben was dagegen!
Vor
etwa 15 Jahren förderte die Allianz Umweltstiftung den Ausbau des Mauerparks
mit 5 Millionen DM mit der Auflage, diesen bis 2010 fertig zu stellen, d.h. auf
mindestens 10ha zu vergrößern. Dies ist aber bis heute nicht geschehen! Das
Land Berlin ist nun gezwungen, schleunigst etwas zu unternehmen, um das Geld
nicht zurückzahlen zu
müssen. Das Problem ist allerdings, dass die Brachfläche am Mauerpark, welche
ausgebaut werden soll, nicht im Besitz des Landes ist. Sie gehört der vom Bund
gegründeten Immobiliengesellschaft Vivico Real Estate, die 2008 in privaten
Besitz überging. Der Flächennutzungsplan sieht für das Gelände westlich des
Mauerparks, um das es geht, jedoch keine Bebauung vor. Deshalb ist das Grundstück
in seinem jetzigen Zustand für die Vivico so gut wie wertlos. Zur Lösung des
Problems führte Mittes Baustadtrat Ephraim Gothe (SPD) Anfang dieses Jahres
Geheimverhandlungen mit der Immobiliengesellschaft. Wenn diese ein Stück der Fläche
abgibt, steht ihr die restliche Freifläche für ihre feuchten Investorenträume
vom Luxuswohnen am Mauerpark zur Verfügung. Dort sollen dann 6-7stöckige Lofts
entstehen.
Die
neue Siedlung würde eine extreme bauliche Trennung der Stadtteile Wedding
und
Prenzlauer Berg bedeuten. Die Menschen im infrastrukturell benachteiligten
Wedding dürfen sich in Zukunft über neue nackte Hauswände statt über eine
gemeinschaftlich nutzbare Grünfläche freuen. Hinzu kommt, dass die Bebauung
des westlichen Mauerparks eine rasante Mietsteigerung für alle umliegenden
Wohnblöcke bedeuten würde. Außerdem ist davon auszugehen, dass die neuen
Bewohner_innen der Closed Community sich ihrer Ruhe willen nicht nur die
entsprechenden Security-Firmen etwas kosten lassen werden. Mit hoher
Wahrscheinlichlichkeit wird es eine engere Kooperation mit der Polizei geben,
wenn es darum geht, sich einen ruhigen Sonntag zu verschaffen - frei von lärmenden
Kindern, Trommlern, frei von spontanen Fußballturnieren, Musik-Sessions oder
Menschen, die sich zum Grillen und Quatschen im Park treffen. Der Mauerpark würde
somit zu einer ökologischen und kulturellen Brache werden, steril
und gesäubert vom ordinären Pöbe l
dieser Stadt, passend zur neunen Beton- und Glaskonstruktion. Mit Bauten, wie
sie auf der West-Seite des Mauerparks realisiert werden sollen, würde all das,
was wir an lebendiger Kultur und gegenseitiger Begegnung noch diesen Sommer im
Mauerpark erleben konnten, bald ein jähes Ende finden. Damit würde eine
weitere Verdrängung der Menschen vorangetrieben, die finanziell nicht so gut
betucht sind. Benachbarte Bauprojekte, wie z.B. die Marthashöfe, die Kastaniengärten,
oder die Gleim50, die mit Quadratmeterpreisen um die 3000 Euro aufwarten, haben
hier bereits schon den Anfang gemacht.
Die
Entscheidung über die geplante Bebauung fällt am 25. November 2009. Am Tag
selbst, aber auch schon im Vorfeld, wollen wir gegen die Pläne demonstrieren.
Unsere Kritik zielt nicht allein auf Gothe, sondern auch auf das Land Berlin ab,
welches letzten Endes die Bebbauung in Gänze abzusegnen hat. Wir treten ein für
eine Stadt, in der die Menschen nicht zu Gunsten von Kapitalinteressen
zusammengestaucht werden,
sondern in der wir uns frei entfalten und leben können. Und zwar ohne Angst
haben zu müssen, dass wir im kommenden Monat die Miete nicht mehr zahlen können.
Die Mauerparkbebauung steht dem komplett entgegen, weswegen wir die Initiative
“Mauerpark fertigstellen“ in ihrem Anliegen, die Pläne zu stoppen, unterstützen.
Allerdings geht es uns letzten Endes nicht allein um den Erhalt einer Grünfläche
als gemeinschaftlich nutzbaren Raum. Schon während der Kämpfe um den Erhalt
der Pankower Jugendeinrichtungen haben wir uns immer wieder für eine
umfassendere Kritik der Verhältnisse ausgesprochen, die nicht bei der Forderung
nach mehr Sachmitteln oder irgend einer „gerechteren Politik“ stehen bleibt.
Wir wollen ein gutes Leben jenseits von Konkurrenz und Leistungszwang.
Betrachten wir also die Verhinderung der Bebauungspläne als einen kleinen
Schritt in eben jene Richtung. Die Verhinderung des Vivico
Real Estate-Projektes macht den Mauerpark zwar nicht zu einer „kapitalismusbefreiten
Zone“, dafür wäre es aber eine herrlich schallende Ohrfeige für die hiesige
Stadtentwicklungspolitik. Machen wir also aus dem Kampf um den Mauerpark einen
Punktsieg für die Kiezbewohner_innen und Basisbewegungen dieser Stadt, gegen
ein Berlin, in dem die soziale Schere immer mehr auseinander geht.
Wir wollen eine unkommerzielle Nutzung der
Freifläche am Mauerpark!
Zeigen
wir ihnen also mit lautstarkem Protest, was wir von ihren Ideen halten!
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14. Nov. 2009: Demonstration
15.00
Uhr, Mauerpark
16. Nov. 2009:
Infoveranstaltung
19.30 Uhr, Cafe Morgenrot, Kastanienallee 85
Anschließend:
die Dokumentation „Unter deutschen Dächern“
Beschreibung
des Films
Ausschnitt
aus dem Film
25. Nov. 2009: Kundgebung
16.30
Uhr, BVV-Mitte, Parochialstr. 3
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Ein Aufruf von:
Initiative VOSIFA
North
East Antifascists
Website des Bündnisses:
Initiative
„Mauerpark fertig stellen!“
Hintergründe
der
Bebauung
Unterstützer_Innen des Aufrufs:
Jugend-Antifa Nord-Ost
[JANO]
Antifa Jugend
Hohenschönhausen [AJH]
Antifa Initiative Reinickendorf
[AIR]
Jugendliche
AntifaschistInnen aus Wilmersdorf/Charlottenburg
Initiative
"Bildungsblockaden Einreißen!"
Wir bleiben alle! -
Kampagne
AK Linke
Metropolenpolitik
AJZ La Casa
SpokenView
Records
Jenz Steiner
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Musikalischer Support von Jenz
Steiner
Jenz
Steiner - Mauerpark
Jenz
Steiner - Stacheldrahtzaun
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Banner:

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Plakate
/ Flyer:
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