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---------------------------------------------------------------------------------- Berlin-Weißensee: Jüdischer Friedhof erneut geschändet – Antifa reagiert.
In der Nacht vom 29.4.
verschafften sich Unbekannte Zutritt zum Friedhof und beschädigten 23
Grabsteine und zehn Stehlen. Erst 24 Stunden später wurde der Friedhof erneut
attackiert. Die AngreiferInnen stießen 19 Grabsäulen und 33 Grabsteine um. Die
Täter flüchteten unerkannt. Berlin, 1.Mai 2008 Quellen: ---------------------------------------------------------------------------------- --------------------------------------------------------------------------------- Emanzipative & Antifaschistische Gruppe - 10.05.2008 Demo nach antisemitischen Schändungen Knapp 200 Menschen sind am Samstag nachmittag vom S-Bahnhof Greifswalder Straße zum Jüdischen Friedhof in Weißensee gezogen, um nach den Schändungen der Grabstätte ihr Entsetzen kundzutun und gegen Antisemitismus zu protestieren. Dies hielt die Polizei schon am Antrittsplatz nicht davon ab, die Teilnehmer_innen erheblich zu schikanieren. Bereits am Vormittag hatten sich vorwiegend junge Menschen an einem Spaziergang über ehemaliges Jüdisches Leben in Pankow beteiligt, den Inge Lammel (VVN-BdA) im Rahmen der Liberation Weeks veranstaltete. ---------------------------------------------------------------------------------- Pressemitteilung Berliner Polizei - 29.04.2008 Vandalismus auf jüdischem Friedhof Pankow Unbekannte Täter randalierten in der vergangenen Nacht auf dem Jüdischen Friedhof Berlin-Weißensee in Pankow. Ein Angestellter des Friedhofs an der Herbert-Baum-Straße entdeckte heute früh gegen 8 Uhr 30 die Verwüstungen. Die alarmierte Polizei stellte mehrere umgestoßene Grabsteine fest. Da ein politisches Motiv nicht ausgeschlossen werden kann, übernahm der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes die Ermittlungen wegen Störung der Totenruhe und gemeinschädlicher Sachbeschädigung. Nach bisherigen Feststellungen haben die unbekannten Täter 23 Grabsteine und zehn kleinere Stelen von zirka 50 cm Höhe umgeworfen. Berliner Morgenpost - 29.04.2008 Etwa 30 Grabsteine auf Jüdischem Friedhof umgestoßen Berlin (dpa/bb) - Auf dem Jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee sind etwa 30 Grabsteine umgeworfen worden. Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, begeben sich Innensenator Ehrhart Körting (SPD) und die Vorsitzende der Berliner Jüdischen Gemeinde, Lala Süsskind, zur Stunde an den Tatort. Der für politische Straftaten zuständige Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen. Der 1880 eingeweihte Jüdische Friedhof in Weißensee gilt als einer der größten und schönsten jüdischen Friedhöfe Europas. Hier befindet sich auch ein Gedenkstein für die etwa sechs Millionen Juden, die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung wurden. Pressemitteilung Berliner Polizei - 30.04.2008 Erneut Sachbeschädigungen auf jüdischem Friedhof Pankow In der vergangenen Nacht randalierten erneut Unbekannte auf dem Jüdischen Friedhof an der Herbert-Baum-Straße in Weißensee. Eine Mitarbeiterin des Friedhofs entdeckte heute Vormittag gegen 9 Uhr 30 die Verwüstungen und informierte sofort die Polizei. Nach den bisherigen Feststellungen haben die unbekannten Täter 33 Grabsteine und 19 Grabsäulen umgeworfen. Auch in diesem Fall hat der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes die Ermittlungen wegen Störung der Totenruhe und gemeinschädlicher Sachbeschädigung übernommen. Pressemitteilung Berliner Polizei - 02.05.2008 Verdächtiger auf dem Jüdischen Friedhof Pankow Mehrere Polizisten durchsuchten heute früh den Jüdischen Friedhof in Weißensee. Ein Unbekannter war gegen 1 Uhr 15 vor Objektschützern geflüchtet, nachdem diese ihn auf dem Friedhofsgelände in der Nähe der Begrenzungsmauer an der Herbert-Baum-Straße aufgefordert hatten, stehen zu bleiben. Die Polizei suchte das Gelände mit Diensthunden, einer Hundertschaft Bereitschaftspolizisten und einem Hubschrauber ab, der Verdächtige wurde jedoch nicht gefunden. Der polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes hat Ermittlungen wegen Hausfriedensbruchs aufgenommen. Junge Welt - 03.05.2008 Demo gegen Friedhofsschändung Berlin. Zu einer Demonstration gegen Neofaschismus und Antisemitismus ruft die Gruppe »North Eastern Antifascists« in Berlin-Weißensee auf. Zweimal hatten in dieser Woche Unbekannte auf dem jüdischen Friedhof des Stadtteils zahlreiche Grabsteine umgeworfen Die Tatsache, »Das Führungsmitglieder der NPD, in Weißensee scheinbar ungestört ihr Unwesen treiben und daß der Friedhof zweimal geschändet wurde, ist für uns ein Grund auf die Straße zu gehen.«, heißt es in dem Aufruf. (jW) 3. Mai, 14 Uhr, S-Bahnhof Greifswalder Straße Berliner Woche - 07.05.2008 Jüdischer Friedhof geschändet Weißensee. In zwei Nächten ist in der vergangenen Woche der Jüdische Friedhof an der Herbert-Baum-Straße von Unbekannten geschändet worden. Zunächst stießen Unbekannte in
der Nacht vom 28. Zu, 29. April 23 Grabsteine um und beschädigten zehn etwa 50
Zentimeter hohe Stelen. In der darauf folgenden Nacht vom 28. zum 30. April
haben Unbekannte weitere 56 Grabsteine umgestoßen und 29 Stelen herausgerissen. Noch keine Spur Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) erklärt in seiner Reaktion auf die Taten: "Wir müssen Gesicht zeigen gegen Antisemitismus und Neonazismus, gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit." Der polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes ermittelt inzwischen zu den beiden Anschlägen. Konkrete Hinweise auf die Täter gab es bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht. Der Jüdische Friedhof in Weißensee
war 1880 eingeweiht worden. Auf ihm fanden 115 000 Menschen ihre letzte Ruhestätte.
Der 42 Hektar große Friedhof wird zwar mit Videokameras überwacht und die
Polizei fährt im Friedhofsbereich auch Streife, aber vor allem nachts lässt
sich das riesige Areal, das über zirka 50 Kilometer Friedhofswege verfügt, nur
schwer überwachen. Trotzdem hofft die Polizei, dass sie die Täter, die die
beiden Anschläge verübten, ermitteln kann. |