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Siempre Antifascista 2009 – Kick fascism out of your subculture
Dieses Jahr finden zum zweiten Mal vom 11. bis zum 14. November Aktionen unter
dem Motto „Siempre Antifascista“ statt.
Im vergangenen Jahr fanden erfolgreiche Aktionen, wie eine kraftvolle
Demonstration unter dem Titel “Kein Kiez für Nazis” mit mehr als tausend
TeilnehmerInnen im Nordostberliner Stadtteil Pankow ,ein Festival sowie eine
internationale antifaschistische Konferenz mit ReferentInnen aus Spanien,
Russland, Italien, Tschechien und Serbien, die für eine breite öffentliche
Resonanz sorgte, statt.
In diesem Jahr sind das Gedenken an die von Neonazigewalt betroffenen Menschen,
Antifaschismus in Subkulturen und eine internationale Antifa-Bewegung weiterhin
die zentralen Punkte unserer Arbeit.
11. – 21. November 2009:
Internationale Gedenktage für alle Opfer und betroffenen Personen von
Neonazigewalt. Aktives Gedenken heißt vorwärts schreiten, Erinnern heißt
Kämpfen- kreative Aktionen gegen neonazistische Strukturen und rechtes
Gedankengut. In eurer Region – in eurer Stadt.
Gedenkt den betroffenen Personen, seid solidarisch und aktiv!
Wir sehen uns als Teil einer weltweit kämpfenden Antifa-Bewegung.
Macht Aktionen in den Städten dieser Welt...
What`s the matter?
Dieses Jahr wird vor allem eine progressive Gedenkpolitik und ein
antifaschistischer Minimalkonsens in der Punk- und Skinheadsubkultur im
Mittelpunkt unserer Aktionen stehen. Am 11. November wird der Aktionstag „Siempre
Antifascista“ ausgerufen.
Der 11. November steht symbolisch für einen antifaschistischen Gedenk- und
Aktionstag, an dem allen Betroffenen von Neonazigewalt und -morden, lokal,
regional und international gedacht werden soll.
Vor zwei Jahren, am 11. November 2007 wurde an diesem Tag der junge Antifaschist
Carlos Palomino in einer Madrider Metrostation von dem Neonazi Josué
Estébanez de la Hija erstochen. Diese erschreckende Tat rief nach längerer
Zeit die akute, lebensbedrohliche Gewalt, die von Neonazis von Madrid bis Moskau
und darüber hinaus gegen eigens konstruierte politische, ethnische, soziale und
sexuelle Feindgruppen mit großer Brutalität ausgeübt wird, in das öffentliche
Gedächtnis. Bereits zwei Jahre zuvor, am 13. November 2005 wurde Timur
Katscharawa in der St. Petersburger Innenstadt von Neonazis erstochen.
Die neonazistische Szenen Europas rücken seit geraumer Zeit unter dem Banner des
Ethnopluralismus und der „Verteidigung kultureller Identitäten“ stärker
zusammen. Europaweite Demonstrationen und Musikveranstaltungen von rechten bis
faschistischen Parteien, Organisationen und Kameradschaften werden zu einem
wichtigen Bezugspunkt der extremen Rechten. Der alljährliche, neonazistische
„Trauermarsch“ im Februar in Dresden, der Rudolf-Hess-Gedenkmarsch in Budapest
im August, der „nationale Antikriegstag“ im September in Dortmund und unzählige
rechte Konzerte und Feiern des internationalen, extrem rechten Musiknetzwerks „Blood&Honour“
fördern die zunehmende Vernetzung des militanten Neonazispektrums. „Nationale
Solidarität“ wird nun international propagiert. Eine rechte Kampagne
solidarisiert sich mit dem Mörder des Madrider Antifaschisten Carlos. Eine
Internetplattform versucht die nationalistischen Kameradschaften
zusammenzubringen, im Namen eines „weißen Europas“. Wo Neonazis eine europaweite
Vernetzungsstruktur aus Rassismus, Antisemitismus und massiv zunehmenden
Antiziganismus aufbauen, ist es Aufgabe einer breiten antifaschistischen
Bewegung, Neonazis den Boden ihrer Propaganda zu entziehen. Eine Vernetzung
antifaschistischer Bewegungen muss stärker in den Vordergrund treten, um der
wachsenden Gefahr der Faschisierung großer Teile Europas effektiv entgegentreten
zu können. Wir sehen uns in der geschichtlichen Verantwortung, Neonazigewalt und
–morde zu thematisieren und das ignorante gesellschaftliche Klima zu bekämpfen.
Wir kämpfen gegen rechte Ideologien, in den Köpfen und auf der Straße.
Fight back!
Subkulturen bieten aufgrund ihrer pluralistischen Erlebniswelten attraktive
Angebote für ein Leben neben dem kapitalistischen Alltagsbetrieb. Diverse
Subkulturen begreifen sich historisch betrachtet als antifaschistisch und
antirassistisch. Daher ist es besonderer Wichtigkeit, dass rechten und
rechtsoffenen Tendenzen entschieden eine Absage erteilt wird, um diesen
Strömungen keine Möglichkeit der Verbreitung ihrer menschenfeindlichen
Ideologien zu lassen.
In subkulturellen Bereichen, vor allem in der Punk- und Skinheadsubkultur, sowie
in der Hardcoreszene und im Wave/Gothic-Spektrum, kommt es immer häufiger zu
rechten sogar extrem rechten Vorfällen bei Konzerten und Feiern. Den häufig
vermeintlich „unpolitischen“ Subkulturen, wie in Teilen der Oi!-Szene, scheint
ein Verantwortungsbewusstsein zu fehlen, welches sich aktiv gegen
faschistisches/ rassistisches, antisemitisches und sexistisches/ homophobes
Lied- und Gedankengut stellt. Wir stellen ein mangelndes Problembewusstsein
fest, das sich häufig nicht kritisch mit Musikgruppen, Liedtexten und rechter
Symbolik auseinandersetzt. Gefährliche Mischszenen neben dem „Rechtsrock“
entstehen, so genante „Grauzonen“, in denen der Spaßfaktor enorm hoch und die
Kritik an subkulturell-internen Rassismen wenig bzw. gar nicht thematisiert
wird. Diese so genannten „Grauzonen“ bieten attraktive Erlebnisräume für
Personen, die einem antifaschistischen Minimalkonsens ablehnend oder sogar
feindlich gegenüberstehen und somit ein Klima erschaffen, das
Ausschlussmechanismen begünstigt und Rassismus szenefähig werden lässt oder es
zu einer Privatangelegenheit verklärt.
Dabei bedienen sich die rechten/ rechtsoffenen Szeneangehörigen eines
„Extremismus-Begriffs“, der seinen Fokus vor allem gegen antifaschistische
Menschen richtet und der Diskreditierung antifaschistischen Engagements dient.
Musikalisch begleitet werden diese Erscheinungen durch eine Unzahl von Punk- und
Oi!-Bands, die mit anti-Antifa-Texten und Einstellungen diesen Negativtrend
befördern.
Warum agieren rechte sowie vermeintlich unpolitische Teile der Oi!-Szene so
vehement gegen Antifas?
Gerade die klar antifaschistisch eingestellten und aktiven Teile der Subkultur
und Szene thematisieren den verharmlosenden Umgang mit rechten Strömungen, der
sich in eine Leugnung von Tatsachen und bis hin zu einem Hass auf „alles linke“,
steigert, sobald Kritik an Missständen geübt wird. Statt einer konstruktiven
Auseinandersetzung mit rechten Ideologien und Subkulturen, gilt der Spaß als
einziges Bindeglied.
„Saufen, Ficken, Oi!“? Unser Spaß sieht anders aus!
Wir fordern dagegen einen starken, szeneübergreifenden antifaschistischen
Konsens ein, der es ermöglicht, gegen Neonazis und ihre menschenverachtende
Ideologie aktiv vorzugehen und ihnen den Zutritt zu (Jugend-) Subkulturen
unmöglich macht.
Wir erklären uns solidarisch mit allen antifaschistischen Personen aller
Subkulturen. Die Abwehr reaktionärer und extrem rechter Ideologien in den
Subkulturen ist unser Ziel.
Kick fascism out of your subculture!
Siempre Antifascista 2009!
Informationsveranstaltungen
zu dem Thema Rechtsrock, rechtsoffenen Strukturen Freitag, 16.10. 2009 | 19:30 Uhr| AJZ Neubrandenburg Donnerstag, 22.10.2009 | 20 Uhr | Friedrich-Schiller-Universität | Jena Freitag, 23.10.2009 | 19 Uhr | Linxxnet | Leipzig Freitag, 06.11.2009 | 19:30 Uhr | Indiego Glocksee | Hannover Freitag, 13.11.2009 | 20 Uhr | Baiz | Berlin Samstag, 31.10.2009 | 19:30 Uhr | Centro
Sociale
Aktionstage: 11. - 21. November2009: Internationale Gedenktage für alle Opfer und betroffenen Personen von Neonazigewalt. Aktives Gedenken heißt vorwärts schreiten - kreative Aktionen gegen neonazistische Strukturen und rechtes Gedankengut. In eurer Region - in eurer Stadt. Gedenkt den betroffenen Personen, seid solidarisch und aktiv. Wir sehen uns als Teil einer weltweit kämpfenden Antifa-Bewegung. Macht Aktionen in den Städten dieser Welt.
Konzert: 14. November | 20:30 Uhr | Clash (Mehringdamm 2a) |Berlin Brigada Flores Magon (AFA-Streetpunk / Paris) Kaput Krauts (Punk / Berlin) Donkey Work (AFA-Streetpunk / Potsdam) Allniter mit Chefhörer (Soul / Berlin) und den North-Korean-Rude-Boys (Skinheadreggae, Ska / Berlin, Oslo)
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