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Antifaschistische-Demo am 18. Juli nach brutalem Naziübergriff
Nazis aus dem Viertel jagen! | Euer Terror bleibt nicht ungestraft!
Antifa-Demo am 18. Juli nach brutalem Naziübergriff
In den Morgenstunden des 12. Juli schlugen Nazis in Berlin - Friedrichshain
einen alternativen Jugendlichen halb tot. Am „Ringcenter“ wurde er um 5:45Uhr
von vier Nazis, die dort bereits randalierten, angegriffen. Sie schlugen ihn zu
Boden und traten unzählige Male auf seinen Kopf ein. Selbst als er schon
bewusstlos war traktierten sie weiter seinen Kopf mit Tritten. Passanten
schrieen dazwischen, dass die Nazis von ihm ablassen sollen, da sich ihr Opfer
schon nicht einmal mehr bewegte. Drei der Neonazis ließen von ihm ab, während
der vierte den Bewusstlosen in Richtung Bürgersteig zerrte, mit der Absicht ihm,
mit einem „Bordstein-Kick“, Schädel und Kiefer zu zertrümmern. Doch da der
Bewusstlose zu schwer war, legte ihn auf dem Fahrradweg ab, positionierte dessen
Kopf mit dem Gesicht zum Beton und trat ihm mit einem massiven Tritt auf den
Schädel. Selbst als die Polizei eintraf, trat er immer noch auf dessen Kopf ein.
Während des gesamten Übergriffs filmten die Nazis ihre Tat die ganze Zeit mit
dem Handy und brüllten Sätze wie „Das hast du verdient!“.
Der Übergriff
an diesem Sonntag war kein Einzelfall. Erst letzten Monat (14.Juni 2009) wurden
zwei Linke im Friedrichshain von Neonazis mit einem Messer angegriffen. Die zwei
hatten zuvor den Angreifer und dessen Begleitung versucht zur Rede zu stellen,
da beide Klamotten der Marke „Thor Steinar“ trugen. Eine_r der
Antifaschist_innen trug im Zuge der Auseinandersetzung eine tiefe
Schnittverletzung am Arm davon. Dieser Angriff geschah ebenfalls auf der
Frankfurter Allee. Gerade hier kommt es häufiger zu Übergriffen von
rechtsgerichteten Besucher_innen des „Jeton“-Clubs.
Das Opfer des
Übergriffs vom Sonntag liegt derzeit stationär mit schweren Verletzungen, einem
Jochbeinbruch und Hirnblutungen im Krankenhaus. Für uns ist es in diesem Moment
schwierig Worte zu finden für das, was an diesem Morgen passiert ist. Es fällt
uns schwer an diesem Punkt mit der üblichen politischen Routine zu beginnen, die
sich an die Grenzen des symbolischen Protestes halten. Zu widerwärtig, zu
menschenverachtend war das, was diese miesen Faschisten-Schweine diesem Menschen
angetan haben. Ja, wir haben abgrundtiefen Hass gegen Nazis. Und das ist auch
richtig so! Wieso sollen wir Menschen achten, die das Leben an sich nicht achten
und sich über alles und jeden hinwegsetzen? Wir haben keinen Bock mehr darauf
weiter einstecken zu müssen. Während in Friedrichshain auf der einen Seite
gemütlich Cocktails geschlürft werden, müssen andererorts, nicht weit entfernt
Migrant_innen, Punks, nicht Heterosexuelle, alternative Menschen usw. damit
rechnen von dem rechten Scheißpack geschlagen, bedroht oder gar umgebracht zu
werden.
Wir werden darum am Samstag, den 18. Juli, auf die Straße gehen
um zu zeigen, dass wir es nicht mehr zulassen, dass die Nazi-Schweine unsere
Freunde halb tot prügeln. Wir gehen auf die Straße nicht nur für unsere Freunde,
sondern auch für alle anderen Opfer rechter Gewalt, wie z.B. den 19-jährigen
vietnamesischen Zigarettenhändler Chan Dong N., der im August letzten Jahres in
Marzahn von einem Bürgerwehr-Deutschen umgebracht wurde. Wir gehen gerade auch
deswegen für diese Menschen auf die Straße, weil wir uns dem bewusst sind, dass
sie eben nicht die Lobby einer Alternativen Szene „genießen“, da zu der
Gedenk-Aktion für Chan Dong N., zu der sich gerade mal rund 150 Menschen in
einen Ostberliner Randbezirk wagen. Mit der Demo am kommenden Samstag wollen wir
den Nazis im Viertel ein offensives „Fickt euch!“ entgegen schreien,
gleichzeitig aber auch klarstellen, dass „die Friedrichshainer Szene“ endlich
mal klar kommen soll, dass sie merken muss, das ihr Heititeiti-Szene-Biotop
nicht die wunderbare Welt ist, für das sie es so gern halten. Wenn einige Leute
nur dann noch zu antifaschistischen Demonstrationen gehen, wenn der
„Party-Faktor“ durch die entsprechende Anzahl an Elektro-Soundsystems auf der
Demo gesichert ist, muß jede_r sich fragen worum es einem selbst eigentlich
geht. Nazis lassen sich nicht wegraven, genau so wenig wie der Umstand, das wir
nach einem durchfeierten Wochenende am Montag wieder für die
Konkurrenzgesellschaft den Buckel krumm machen müssen. Jede_r von uns hat die
verdammte Pflicht die Nazis da zu bekämpfen wo sie auftauchen – überall! – und
nicht erst wenn „Thor Steinar“ einen Laden im „eigenen Kiez“ eröffnet.
Wandelt Wut in Widerstand! | Nazis mit allen Mitteln bekämpfen – überall -
jederzeit!
Demo: Samstag | 18. Juli 2009 | 18.00 Uhr | Bersarin Platz
Soli-Party für das Opfer: 24.Juli 2009 | 23.00 Uhr Köpi | Köpenickerstr. 137
Material:
Kopiervorlagen - Motiv 1 Aufruf Flyer
Plakat
Kopiervorlagen - Motiv 2 Flyer Plakat
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