|
Antifaschismus ist kein Verbrechen - nirgends!
Solidarität mit AntifaschistInnen in der Ukraine und Russland
Demonstration, 3.Juli 2009, 16:00
Auftaktkundgebung: Ukrainische Botschaft, Albrechtstr. 26
Abschlusskundgebung: Russische Botschaft, Unter den Linden 63-65
Von Russland...
In den letzten Jahren häufen sich die Nachrichten über rechten Straßenterror in
Russland. Im Jahr 2008 haben die Rechten nach Angaben der NGO "Sova" mehr als
100 Menschen ermordet. Und das sind nur die bekannt gewordenen Fälle. Polizei
und Sicherheitsbehörden zeigen kein Interesse, diese Verbrechen wirklich
aufzuklären. Auch im Staatsapparat ist ein Zunehmen extrem rechten,
nationalistischen und rassistischen Ideengutes zu verzeichnen. In vielen Städten
und Regionen gibt es aktive antifaschistische Gruppen und Initiativen, die mit
dieser Entwicklung nicht einverstanden. Ihre AktivistInnen riskieren oft ihr
Leben, wenn sie den Neonazis entgegentreten, oder auch nur aktiv eine andere
Meinung vertreten. Zunehmend sind sie jedoch nicht nur bedroht von
neofaschistischen Schlägertrupps, sondern werden auch immer häufiger Opfer
staatlicher Repression. Diese reicht von Massenfestnahmen bei Konzerten und
Filmvorführungen, dem Verbot von Demonstrationen und Kundgebungen, bis hin zu
Drohungen und Prügelattacken der Polizei gegen AntifaschistInnen und andere
soziale Bewegungen. Menschen, die sich gegen neofaschistische Angriffe zur Wehr
setzen, werden in besonderem Maße kriminalisiert.
Die Liste solcher Fälle, in denen AntifaschistInnen zum Teil zu erheblichen
Haftstrafen verurteilt werden, ist lang:
Diese Liste lässt sich mit zahlreichen weiteren Beispielen fortsetzen. Das Recht
auf Notwehr gegen neofaschistische Schlägertrupps ist faktisch außer Kraft
gesetzt. Die Behörden sehen ihre Hauptaufgabe in der Unterdrückung und
Behinderung progressiver sozialer Bewegungen und lassen den rechten Terror
gewähren. Wir fordern die russischen Behörden dazu auf, ihre Politik der
Verharmlosung, Instrumentalisierung und aktiven Unterstützung von Neonazis,
Rassisten-/innen, Nationalist-/innen umgehend zu beenden und jegliche
Kooperation mit ihnen einzustellen!
...bis in die Ukraine.
Die Ukraine stellt sich gern als pro-europäisches und fortschrittliches Land
dar. Dabei wird auch hier zu Teilen
an die düstersten europäischen Traditionen angeknüpft: Am 17. April 2009
griffen 15 Neonazis in Odessa fünf Antifaschisten mit Steinen und Flaschen an.
Aus Angst um sein Leben verteidigte sich einer der "Antifas" im Verlauf des
Angriffs mit einem Messer. Dabei wurde einer der Angreifer schwer verletzt. Da
die ärztliche Hilfe zu spät kam,
verstarb dieser. Wäre gegen diesen neonazistisch motivierten Angriff in
deutlicher Überzahl kein Widerstand geleistet worden, hätten die Antifas ihr
Leben mit großer Wahrscheinlichkeit nicht schützen können. Die Reaktion der
ukrainischen Politik und der Massenmedien auf diesen Fall ist skandalös: Obwohl
sich die polizeilichen Ermittlungen
zu diesem Zeitpunkt noch in der Anfangsphase befanden, hat
Präsident Juschenko bereits 5 Tage später, am 22. April 2009 die
Selbstverteidigung der Antifaschisten in Odessa als gezielten Mord verurteilt,
und Polizei und Geheimdienst aufgefordert, gegen die „anti-ukrainischen
Extremisten der 'Organisation Antifa'“ härter vorzugehen und nach den
„politischen Motiven des Mords“ zu
ermitteln. Im gleichen Atemzug verharmloste er den ums Leben gekommene Neonazi,
der in einer paramilitärisch Organisation aktiv war, als „Mitglied einer
zivil-patriotischen Vereinigung“ und sprach den Neonazis somit offene Sympathie
aus. Währenddessen haben ukrainische Nationalisten und Neonazis
öffentlich „Blutrache“- Aktionen angekündigt. Die Polizei und der
Geheimdienst SBU setzen Gewalt, Folter und andere Mittel ein.
Um günstige Aussagen für die Neonazis zu bekommen, werden Zeugen
erpresst. Opfer illegaler Festnahmen
und von Polizeigewalt wurden in diesem Zusammenhang auch AktivistInnen aus
anderen Regionen der Ukraine, die nichts mit dem Vorfall zu tun hatten. Medien,
PolitikerInnen und die extreme Rechte hetzen einträchtig gegen „die
anti-ukrainischen“ AntifaschistInnen, die laut SBU angeblich „von
Russland aus finanziert und gesteuert werden“. Der Vorfall wird offensichtlich
dafür genutzt, um umfassende Repression gegen eine für die Regierung nicht
genehme Bewegung zu legitimieren.
Wir können faschistischen Tendenzen und dem Staatsapparat, der sie gewähren
lässt und sie unterstützt, nur zusammen widerstehen!
Antifaschismus ist kein Verbrechen!
Dieser Aufruf wird unterstützt von:
Solianka -
http://solianka.org/
RASH -
http://www.red-skins.de/wrash/
North-East
Antifascists -
http://nea.antifa.de/
Youth Human Rights Movement Berlin -
http://www.yhrm-berlin.org/
Fanladen St. Pauli -
http://www.stpauli-fanladen.de/
Blunties-Antifa Ultra' Berlin
http://www.blunties-berlin.de/start.html
Alerta! Network
http://alerta.bplaced.net/wordpress/
Cable Street Beat Düsseldorf -
http://www.csb-duesseldorf.de/
Cable Street Beat Gütersloh
http://csb-gt.de/
Cable Street Beat Berlin
http://www.csb-berlin.com/
Rote Hilfe Düsseldorf-Neuss-Mönchengladbach
…
Weitere Infos:
http://www.ucsj.org/ http://xeno.sova-center.ru/6BA2468 http://antifa-action.org.ua/taxonomy/term/26
Downloads: Aufruf | Flyer Vorderseite | Flyer Rückseite
|